Gästebuch   |   Links   |   Kontakt   |   E-Mail   |   Home    
La Usc di Ladins
  
 

Die wichtigsten Schritte von 1949 bis heute
Von "Nos Ladins" zu "La Usc di Ladins"
von Georg Mussner

    
 

Für eine sprachliche Minderheit sind die Mittel der Information das Wesentlichste. Eine Zeitung herausgeben zu können, die regelmäßig Artikel und Geschichten, Nachrichten und Meinungen aufschreibt, die mit der ladinischen Sprache und Kultur in Zusammenhang stehen, trägt wesentlich am Überleben einer sprachlichen Minderheit bei. Die ladinische Bevölkerung hat im Jahre 1999 das 50jährige Bestehen einer ladinischen Zeitung gefeiert. Gehen wir in die Vergangenheit zurück haben wir "L'Amik di Ladins", und "Der Ladiner" vor Augen: Kulturelle Blätter in ladinischer Sprache, die von ladinischen Studenten in Brixen und Innsbruck herausgegeben worden sind, die aber relativ bald aufgegeben wurden. Für die ladinische Bevölkerung gaben diese ersten Broschüren zu verstehen, dass schon damals im Jahre 1905 der Wille ladinisch zu schreiben groß war und die ladinische Identität somit sehr gestärkt wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden noch weitere kleinere Zeitungen wie "L Popul Ladin" und "Zent ladina" in Meran herausgegeben, die es aber auch nicht leicht hatten. Von der ersten ladinischen Zeitung sprach man dann erst, als Herr Dr. Salvester Erlacher "Nos Ladins" herausgegeben hat.

    

Seitdem sind 50 Jahre vergangen, für uns die beste Gelegenheit um nachzudenken und für eine gesicherte Zukunft der ladinischen Zeitung zu sorgen. Im November 1972 , wurde die ladinische Zeitung "Nos Ladins" von der Union Generela di Ladins dla Dolomites übernommen und in "La Usc di Ladins" umgetauft , was damals sicher eine gute Entscheidung war. Der Redakteur und Herausgeber der Zeitung "Nos Ladins" Dr. Salvester Erlacher, hat dem Ausschuss der « Generela » ein Schreiben geschickt in dem unter anderem diese Zeilen der Verzweiflung standen :"Die gesamte Arbeit der Redaktion und Koordination, vorallem aber die Kosten sind für mich untragbar geworden, sodass es mir unmöglich ist die Zeitung "Nos Ladins" weiter herauszugeben ». Dem Herrn Dr. Erlacher stand die Situation der Ladiner sehr zu Herzen und sein größter Wunsch war die Einigkeit Ladiniens.

Nach dem zweiten Weltkrieg ist die ladinische Bevölkerung in drei Provinzen aufgeteilt worden. Darunter hatten manche Sympathien für den Faschismus andere wieder für den Nationalismus. In den Dörfern und Familien kam Hass auf, der von der nationalistischen Politik gegen die Ladiner noch verstärkt wurde. Um zu beweisen, dass die echte ladinische Bevölkerung noch gegenwärtig war, traf man sich im Juli 1946 auf dem Sellajoch und bestätigte die Einheit Ladiniens. Von den 3000 Teilnehmern war auch Herr Dr. Erlacher darunter, der drei Jahre danach seine Idee eine ladinische Zeitung herauszugeben (« Nos Ladins ») in die Wirklichkeit umsetzte.

 

  
Erlacher finanzierte die Zeitung "Nos Ladins" selbst

So hat die Druckerei Weger aus Brixen am ersten März 1949 das erste Blatt herausgegeben. Auf der ersten Seite hat Herr Dr. Erlacher einen Gruß an alle Ladiner gerichtet und unter anderem geschrieben, dass das Ziel dieser Zeitung der Erhalt der ladinischen Sprache und die Einigkeit aller Ladiner ist um die Interessen der ladinischen Bevölkerung zu stärken. Bald danach, am 15 Dezember 1950 , kam die Zeitung schon alle zwei Wochen heraus. "Nos Ladins" war für die ladinische Kultur und für die Neuigkeiten der Täler eine wahre Fundgrube. Auf den zehn Seiten der Zeitung konnte man Nachrichten aus dem Gadertal, Grödental und dem Fassatal lesen, später kamen auch noch Buchenstein und Ampezzo hinzu. Der Redakteur Dr. Salvester Erlacher wird in einem Artikel der Dolomiten des Jahres 1952 für seine gelungene Zeitung gelobt. Man konnte unter anderem lesen: "Die Informationen von Seiten der Täler funktionieren gut und wenn es so weiter geht wird der ladinischen Zeitung eine gesicherte Zukunft vorausgesagt. Näher betrachtet war die Zeitung damals einfach aber lieblich gestaltet. Ganz oben war eine Zeichnung der Sellagruppe zu sehen, links ein Christus, rechts eine im Schnee versunkene Kapelle und in der Mitte die Überschrift "Nos Ladins" und "Sella". Erlacher hatte die positive Absicht mit dieser Publikation das ladinische Bewußtsein wieder zu wecken, die bei vielen verloren gegangen ist. Er war überzeugt davon, dass durch die Zeitung "NOS LADINS" die ladinische Sprache und Kultur sich besser erhalten und entwickeln kann, auch wenn es zu der damaligen Zeit schwer war in Bezug auf ladinisches Bewusstsein und Identität. 23 Jahre lang hat der Direktor der Handelsoberschule St. Ulrich die ladinische Zeitung herausgegeben. Am Anfang kam sie einmal, später dann zweimal im Monat heraus. Seine Pioniersarbeit im journalistischen Gebiet hat ihm sicher viel Mühe und Zeit gekostet, doch der Idealismus und die Begeisterung die er immer mitgebracht hat, haben dazu beigetragen, dass "Nos Ladins" regelmäßig gedruckt wurde. Wer in dieser Sparte Erfahrung hat weiß was für eine Arbeit dahinter steckt und was der aus La Pli stammende aber in St. Ulrich wohnhafte Redakteur hiermit geleistet hat. Und wenn man noch dazu bedenkt, dass Herr Erlacher die Zeitung aus seiner eigenen Tasche finanziert hat ist es wirklich bewundernswert, dass er so lange durchgehalten hat.

Dass die ladinische Zeitung ein gutes Geschäft war konnte man ausschließen, denn ein Blatt in einer Minderheitensprache kann in finanzieller Hinsicht niemals ein Erfolg sein. Es war für Erlacher sicher nicht einfach als es mit der Zeitung bergab ging, zumal es das erste ladinische Blatt in dieser Art war. Es lag aber nicht daran, dass die Ladiner kein Interesse an der Zeitung hätten, im Gegenteil sie wurde sehr viel gelesen. Die finanziellen Schwierigkeiten wuchsen ihm über den Kopf, sodass er nicht in der Lage war weiterzumachen. Vor allem in den ersten Jahren ist die Entwicklung, des "Nos Ladins" sehr interessant. Der Tourismus steckte damals noch in den Kinderschuhen, die Bevölkerung lebte großteils von der Bauernschaft und dem christlichen Glauben gab man eine große Bedeutung. Der Krieg war gerade aus, die Menschen wollten die schrecklichen Ereignisse des Krieges schleunigst vergessen und blickten mit Optimismus in die Zukunft.Die Industrie versprach viel Arbeit, die Technologie brachte viele neue Produkte und Erleichterungen auf den Markt, und das hatte alles auch Einfluss auf die Presse. Beim "Nos Ladins" stachen sofort die Inserate ins Auge, die zwar einfach gestaltet waren aber trotzdem den Zweck nicht verfehlten.

 
 
     

In der Zeitung wurde für Milchmaschinen, Autos und Motorräder, Maschinen für Holzarbeiten aber auch für Schuhe und Schmuck geworben. Es ist interessant zu beobachten, dass manche dieser Firmen nach 40 Jahren auch noch heutzutage in der "La Usc di Ladins".mit ihren Inseraten werben. Die Grafik war für die damalige Zeit sicher angemessen, auch wenn mancher Sportartikel neben den Todesanzeigen stand, nur um ein Beispiel zu nennen. "Nos Ladins", die von 1949 bis 1952 einmal im Monat gedruckt wurde, kam ab dem Jahre 1952 alle zwei Wochen heraus.Die Zahl der damaligen Abonnenten kennen wir leider nicht mehr, man weiß aber, dass die Zeitung auch im Ausland verkauft wurde.Die Arbeit des Herrn Salvester Erlacher, bekannt auch als "Festl de Plaza" war geschichtlich und kulturell gesehen für die ladinische Presse von großer Bedeutung. Neben seiner Tätigkeit als Direktor zweier Schulen (Mittelschule und Handelsoberschule) hat er auch die Arbeit bei der Zeitung mit viel Fleiß und Begeisterung verrichtet. Als Erkenntlichkeit für sein Bemühen für die ladinische Kultur überreichte man ihm 1990 den Preis "Por n'aisciöda ladina". Herr Dr. Erlacher ist am 4 September 1991 in Bozen gestorben und in St. Ulrich begraben worden.

"La USC di Ladins", eine Zeitung für die ladinische Bevölkerung

Im Jahre 1972 hat es mit der neuen ladinischen Zeitung "La Usc di Ladins" eine Qualitätsverbesserung gegeben. Schon der Name verrät Einiges, la usc was soviel heißt wie die Stimme, also die Stimme der ladinischen Bevölkerung die gehört werden möchte. Dieser gut klingende Titel stammt vom Herrn Dr. Lois Ellecosta aus St. Vigil in Enneberg. Die Zeitung mit der neuen Überschrift kam zum ersten Mal am 15 November 1972 heraus. Nachdem die Union Generela die Koordination übernommen hat, ist nicht nur der Inhalt, sondern auch die Organisation in Bezug auf Abonnements und Werbung gewachsen. Wenn wir die erste "USC" anschauen, sehen wir beim ersten Blick, dass sich etwas verändert hat.

     
 

Die Sellagruppe, der Berg steht im Mittelpunkt der ladinischen Täler, blieb weiterhin das Symbol der Zeitung. Die Grafik, die Themen, alles ging in eine professionellere Richtung, auch wenn sie von den Herausgebern in ihrer Freizeit zusammengestellt wurde. Gedruckt wurde die "USC" von der Druckerei Presel aus Bozen. Man muss hier die gute Arbeit von dem damals verantwortlichen Redakteur Bruno Moroder aus St. Ulrich und dem Vizeredakteur Lois Trebo (der dann von 1976 bis 1985 Redakteur gewesen ist), wie auch dem Verwalter Alex Moroder und noch anderen mehr hervorheben. Trotzdem blieb die "USC" zu sehr an die Kirche angebunden und nur hier und da traute man sich kritische Themen aufzuwerfen. Auf jeden Fall wurde sie gelesen und das ist für eine Zeitung das Wichtigste. Die siebziger und achtziger Jahre haben viele Veränderungen in unser Tal gebracht. Die Dominanz des Tourismus wurde auch in den Artikeln wiedergegeben, auch wenn man sich bemühte verschiedene Themen aufzuwerfen. Die Zahl der "USC" wuchs von Jahr zu Jahr und das bewies, dass das ladinische Bewusstsein unter den Leuten wieder an Gewicht zunahm.Um die Organisation besser in den Griff zu bekommen, hat man für jedes Tal eine Person angestellt die sich um die Koordination der Artikel kümmerte.
     
 
Lois Trebo für das Gadertal, Bruno Moroder und nachher Vinzenz Peristi für Gröden, Sergio Masarei für Buchenstein und Don Mazzel für das Fassatal. Für die Redaktion Gröden ist auch die Mitarbeit der Frau Malia Obletter da Cudan zu unterstreichen, die jahrelang die Artikel verbessert hat.Im Ampezzo (Cortina) hatte die Zeitung keinen guten Start und so wurde erst 1977 die Redaktion gegründet. Am 1 November 1977 konnte man die erste Seite auf ampezzanisch in der "La Usc di Ladins" lesen. Die Seiten von Ampezzo wurden bis 1984 von Flora Menardi Diurnista, gemeinsam mit ihrem Vater Abele (1923-1995) mit Fleiß geschrieben und zusammengestellt. 1983-84 war die Zeitung mit manchmal mehr als 40 Seiten schon sehr überfüllt, und so kam man bald auf die Idee die "USC" alle zwei Wochen herauszugeben. Am 15 April 1985 - Jahr der Ladiner - bekam die ladinische Bevölkerung die Zeitung zweimal im Monat ins Haus. Verantwortlicher Redakteur war damals Erwin Frenes. Es wurde zum ersten Mal eine Person ganztäglich angestellt und zwar Georg Mussner aus Wolkenstein, der sich um die Koordination kümmerte. Neben der Anstellung einer Bezugsperson in der Redaktion in St. Ulrich spielte die "Generela" mit dem Gedanken wie man die "USC" modernisieren und ihr mehr Gewicht geben könnte. Die ladinische Zeitung sollte nicht nur die Geschehnisse aufschreiben, sondern auch Probleme behandeln die Anlass zur Diskussion geben. Und gerade eine Zeitung ist ein ausgezeichnetes Mittel solche Situationen aufzuzeigen. Die achtziger Jahre endeten mit einer großen Neuigkeit für die Ladiner; die ladinische Sprache wurde als offizielle Verwaltungssprache eingeführt und deshalb hatte die "Generela" einen guten Grund die "USC" einmal pro Woche herauszugeben. Am 1 Februar 1990 war es dann soweit, die Abonnenten bekamen das ladinische Blatt von da an jeden Samstag. Die neue "USC" präsentierte sich jetzt den Lesern mit einem modernen Layout und farbigen Druck. Der Zeitaufwand war jetzt natürlich größer, sodass die "Generela" noch mehr Personal angestellt hat. Die Zeitung wurde jetzt von der Druckerei Fotolito Longo aus Frangart gedruckt. Die Tatsache, dass die Diskussion über die ladinische Problematik immer interessanter wurde, hat dazu beigetragen, dass die "USC" noch mehr Leser, Abonnenten und auch Sympathisanten dazu gewonnen hat. Man hört immer öfter, dass viele erst durch die "USC" ladinisch lesen gelernt haben. Nach vielen Jahren der Veränderung ist die "USC" inzwischen ein primäres Mittel der Kommunikation und Information für die ladinische Bevölkerung geworden. Auch die kulturelle, soziale und belehrende Rolle der "USC" ist für unsere Minderheit von großer Bedeutung. Und dass die « USC » immer mehr die « USC » (Stimme) der Ladiner wird, das wünschen wir ihr von Herzen.
 

 

Preise der Zeitung und für das Abonnement von 1949 bis 2013 
Jahr
Preis
Abo Preis
Auflage
1949
15 lire
-
1x im Monat 
1955
25 lire
350 lire
1x im Monat 
1960
25 lire
400 lire
1x im Monat 
1965
40 lire
500 lire
1x im Monat 
1970
50 lire
800 lire
1x im Monat
1972
100 lire
1.000 lire
1x im Monat
1977
500 lire
5.000 lire
1x im Monat
1982
1.200 lire
12.000 lire
1x im Monat 
1985
1.500 lire
15.000 lire
2x im Monat
1990
1.500 lire
40.000 lire
1x im Monat
1995
1.500 lire
60.000 lire
1x im Monat
1999
2.000 lire
73.000 lire
1x im Monat
2000
2.200 lire
80.000 lire
1x im Monat
2001
 
80.000 lire
1x im Monat
2002
 
45,00 Euro
1x im Monat
2003
  45,00 Euro
1x im Monat
2004
  45,00 Euro 1x im Monat
2005
1,20 Euro
47.00 Euro
1x im Monat
2006
1,20 Euro
47.00 Euro
1x im Monat
2007
1,50 Euro
49.00 Euro
1x im Monat
2008
1,50 Euro
54.00 Euro
1x im Monat
2009
1,50 Euro
54.00 Euro
1x im Monat
2010
1,50 Euro
54.00 Euro
1x im Monat
2011
1,60 Euro
58.00 Euro
1x im Monat
2012
1,60 Euro
59.00 Euro
1x im Monat
2013
1,80 Euro
64.00 Euro
1x im Monat
       

Abonnements von 2000 bis 2012

Jahr
Gröden
Abteital
Fassatal
Buchenstein
Ampezzo
2000
905
1.312
525
140
111
2001
908 1.368 495 142 99
2002
904 1.401 468 135 95
2003
914 1.416 460 129 81
2004
907
1.452
462
130
79
2005
906
1.475
490
138
89
2006
911 1.499 476 134 80
2007
935 1.528 505 133 83
2008
934 1.531 514 143 85
2009
932 1.531 518 146 89
2010
932 1.552 531 144 84
2011
922 1.586 540 138 84
2012
909 1.586 550 136 80
2013
         
           
           
 

Redakteure der USC für Gröden vom Jahre 1972
   

 

Bruno Moroder
(vom 1972 - 1974)

Vinzenz Peristi
(vom 1974 - 1984)

Egon Vinatzer
(vom 1984 - 1986)

Peter Kostner
(vom 1984 - 1986)

Georg Mussner
(vom 1986 - 1997)

Alexia Grossi
(vom 1997 - 1998)

Alexander Stuffer
(vom 1999 - 2000)

David Lardschneider
(ab 2000)

 

 

 

Direktoren der USC
   
   

 

Sylvester Erlacher
(vom 1949 - 1972)

Bruno Moroder
(vom 1972 - 1976)

Lois Trebo
(vom 1976 - 1986)

Erwin Frenes
(vom 1986 - 1989)

       
 
 
 

Georg Mussner
(vom 1989 - 1999)

Iaco Rigo
(ab 1999)

 


Die wichtigsten Schritte von 1949 bis heute

Die erste Ausgabe von
"NOS LADINS"
März 1949

Die erste Ausgabe der neuen Zeitschrift

"LA USC di LADINS" November 1972

Erste färbige Ausgabe der
"La USC di Ladins" 1985

Ab ersten Februar 1990 erscheint

"LA USC di LADINS" jeden Samstag und in den letzten Jahren jeden Freitag.


  
   

Ladin Italiano Deutsch